Methodischen Naturalismus und die Definition "Natur"


Auch der Begriff "Natur" hat viele Bedeutungen im Laufe der Geschichte der
Philosophien gehabt. In den letzten 200 Jahren bildete sich zusammen mit dem
moderenen Naturalismus die Bedeutung heraus, dass alles was ist, Natur sei. Dabei
gilt die Einschränkung, dass es nur materielles Sein gibt und dass auch das
menschliche Bewusstsein ohne Materie nicht existieren kann. Natur ist also die
Gesamtheit aller Objekte, Prozesse und Systeme, die vom menschlichen Bewusstsein
erforschbar sind. Die Werkzeuge zur Erforschung der Natur sind die
Naturwissenschaften.
Diese Definition scheint auf den ersten Blick vernünftig und wissenschaftskonform zu
sein. Doch der Naturalismus leidet grundsätzlich an einem herrausragenden Defizit.
Dieses besteht darin, dass der Naturalismus stets eine "Momentaufnahme" der Natur
betrachtet und beweislos behauptet, bzw. davon ausgeht, dass wir zur Zeit so viel
wissen, dass wir definitive Aussagen machen dürften. Die Position der ID-
Wissenschaft geht im Gegensatz dazu davon aus, dass wir absolut zu wenig wissen,
um irgend eine definitive Aussage zu machen. Richtig ist auch, dass in vielen
Aufsätzen über den methodischen Naturalismus behauptet wird, er sei grundsätzlich
offen für alle neuen Forschungsergebnisse. Diese Schutzbehauptung schlägt sich in
der Realität jedoch sehr einseitig nieder.
siehe auch:  Methodischer Naturalismus und die Materie
siehe auch:  Kritik an der Evolutions-Theorie