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Wie wird Intelligent Design definiert?
Woran erkennt man Design?
Wie funktioniert ID
Eine kurze Darstellung der ID-Prinzipien
Wer ist der Designer?
Eine Kritik Martin Mahners an der ID-Position
Eine ID-kritische Auseinandersetzung mit Marianne Oertl in PM 5/2006
Eine ID-kritische Auseinandersetzung mit Kitcher s Buch "Mit Darwin leben" Teil 1
Das Argument Nr. 1 gegen Intelligent-Design
Das Argument Nr. 2 gegen Intelligent-Design
Das Grundtypen-Modell in der ID-Theorie
Graphische Darstellung der Diversifizierung eines Grundtypes
Der Begriff "natürlich" im Sprachgebrauch des ID
Was ist ein "irreduzibel komplexes System"?
Was ist ein "irreduzibel komplexes Verfahren"?
Argumente gegen irreduzibel-komplexe Systeme

Der Atheismuswahn
Was ist Kreationismus
ID-Theorie
Ist ID eine Wissenschaft?
 

Wie hier dargelegt, ist die Methode des Intelligent-Design eine oft angewandte  
Methode. Es geht dabei doch um die zunächst einfache Frage, ob ein Objekt oder eine  
Struktur natürlichen Ursprungs ist oder nicht. Diese Unterscheidung muss in einigen  
Wissenschaften immer wieder vorgenommen werden, wobei die Frage auch  
entgegengesetzt formuliert werden kann, nämlich ob eine bestimmtes Objekt von  
Menschen bearbeitet wurde oder nicht.
 
Bei der Beantwortung dieser Frage gibt es in vielen Bereichen der Wissenschaft keine  
Vorurteile und es werden Methoden erdacht, um die gestellte Frage zu klären. Im  
Bereich der Biologie verändert sich die Situation schlagartig, denn "Was soll denn das?"  
ist die spöttische Reaktion der meisten Evolutionisten. Sie sind von weltanschaulichen  
Vorurteilen derart blockiert, diese Frage auch nur ansatzweise zu durchdenken, dass  
man objektiv eine große Lücke in der Forschung feststellen kann. Ihre Suche nach  
Modellen und Erklärungen für die Entstehung des Lebens und dessen Diversifizierung  
beruht ausschließlich auf der Suche innerhalb der materiell vordefinierten statischen  
und dynamischen Fähigkeiten der Materie selbst. Dass eine solche Suche unter  
Umständen nie zum Ziel führt, wird nicht erwogen und Fragen in dieser Richtung  
werden als "religiös" disqualifiziert.
 
Die Frage, ob das Leben unserer Erde auf einen intelligenten Konstrukteur zurückgeht,  
ist jedoch kein Unfug, denn das liegt im Bereich des Möglichen. (siehe:  
Extraterrestrische Intelligenzen) Das Argument, dass dort, wo "göttliche oder  
außerirdische Intelligenzen" ihre Hand im Spiel haben, wir Menschen nicht den  
notwendigen Zusammenhang zwischen einer erkennbaren Ursache und einer planbaren  
Wirkung erkennen könnten, trifft nicht zu, denn auf heuristischer Basis lassen sich  
bestimmte Prinzipien der Intelligent Designer herausfinden, die der Suche nach  
berechenbaren Zusammenhängen dienen, und somit eine Voraussetzung dafür sind,  
dass ID mit den Mitteln der Naturwissenschaft erforschbar ist.
 
Falls eine lückenlose Beschreibung für die "natürlichen" Entstehung eines Objekts  
vorliegt, wie das zum Beispiel für Kochsalz oder viele Aminosäuren der Fall ist, dann ist  
es nicht erforderlich, die Frage des Intelligent-Design zu stellen (1*). Auch dann nicht,  
wenn der Wissenschaftler eine gute Theorie für die mögliche Entstehung hat und mag  
sie noch so intuitiv sein. Aber es gibt im Bereich der Biologie mehr ungeklärte Fragen  
als es gut ist und eine Reihe Wissenschaftler haben die Theorie geschaffen, wonach in  
bestimmten Strukturen ein hoch intelligentes Design vorliegen könnte. Solche einzelne  
Hypothesen setzen immer auf den momentanen Kenntnisstand auf und sind demnach  
empirisch widerlegbar, sobald entsprechende Beobachtungen vorliegen. Hier muss  
darauf hingewiesen werden, dass Intelligent-Design nicht beliebig postuliert wird.  
Grundsätzlich kommen nur solche Strukturen oder entsprechende Informationen auf den  
Prüfstand, die bislang nicht aufgeklärt wurden aber potenzielle Signale für ID in sich  
tragen. Dabei handelt es sich oft um nicht reduzierbar komplexe Systeme oder um  
Systeme, deren Entstehung nur teleonomisch erklärbar sind.
 
Reinhard Junker schreibt in einem Artikel: "Kennzeichnend für den Design-Ansatz ist  
also die Auffassung, dass bestimmte Phänomene in der Natur allgemein und speziell in  
der Organismenwelt auf Planung hinweisen und dass diese Hinweise auf Planung in der  
Natur (Design-Indizien) durch eine naturwissenschaftliche Untersuchung nachweisbar  
sind. Philipp JOHNSON, bekannt durch das Buch „Darwin on Trial" und einer der  
Gründerväter der ID-Bewegung in den USA, bringt diesen Gedanken so auf den Punkt:  
„Intelligente Ursachen können bewirken, was nicht intelligente Ursachen nicht können,  
und eine naturwissenschaftliche Untersuchung kann diesen Unterschied aufzeigen"  
(JOHNSON 1999)."
 
Die Argumentationen der Anhänger des Naturalismus laufen fast immer in das Gleis,  
dass durch den Rückschluss auf einen Designer die Suche nach einer natürlichen  
Erklärung vorzeitig abgebrochen werde - und es stelle sich die Frage, ab wann man die  
Suche nach einem natürlichen Ursprung aufgeben sollte. Dem ist entgegen zu halten,  
dass sich ein vernünftiges Maß für den Aufwand in der einen oder anderen Richtung zu  
forschen ganz sicher finden lassen wird. Man muss zu diesem Zweck nur einmal die  
hypothetische Position einnehmen, die die Wissenschaft hätte, falls es feststehen  
würde, dass es diese Designer gibt und dass diese das Leben in definierbaren Grenzen  
entwickelt haben. Ab diesem Zeitpunkt würde wohl niemand auf die Idee kommen,  
nicht mehr weiter zu forschen.
 
Die zentrale Hypothese des ID bezieht sich auf den Designer. Seitens der Anhänger  
des Naturalismus wird behauptet, diese sei nicht falsifizierbar. Dem kann jedoch  
widersprochen werden, weil sich diese Hypothese gleichzeitig konkret auf das Leben  
des Planeten Erde bezieht. Sollte sich herausstellen, dass sowohl die Biogenese als  
auch die Diversifizierung des Lebens auf der Erde ohne den Designer erklärbar ist, wäre  
die zentrale Hypothese des ID widerlegt. Solche naturalistische Beweise sind jedoch  
nicht im Entferntesten erkennbar. Statt dessen wird durch jedes neue  
Forschungsergebnis deutlicher, dass das Leben komplexer ist, als jeweils kurz vorher  
noch vermutet wurde.
 
 
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*1) Die Bildung von Molekülen aus Atomen wird gegenwärtig als "natürlich" angesehen, weil es nicht üblich ist, die zugrunde  
liegende Phänomene zu hinterfragen. Das soll nicht heißen, dass die Wissenschaft Chemie und Physik nicht bis ins Detail  
aufklärt, wie eine Verbindung zwischen Atomen zustande kommt und wie man bestimmte Moleküle erzeugen kann. Vielmehr  
geht es um Fragen nach den noch tiefer liegenden Ursachen. Da gibt es eine Grenze, die die Wissenschaft nicht antastet und  
einfach als "Natur" bezeichnet. Der Urknall sei die Erklärung für diese so entscheidende Natur der Dinge.